Bonitätsbewertung oder Wie flüssig sind Sie?

 

Stellen Sie sich vor, jemand aus Ihrem Freundeskreis bittet Sie um einen kleinen Kredit. Bevor Sie dies tun, würden Sie sicherlich einige Faktoren berücksichtigen: Wie lange und gut kennen Sie diese Person? Handelt es sich um eine kleine Summe von einigen Euros oder sind ein paar mehr Nullen vertreten? Wofür braucht diese Person das Geld und wie geht sie sonst mit Geld um? Schuldet sie Ihnen oder einem guten Bekannten vielleicht sogar gerade auch noch Geld? Und natürlich ganz wichtig, wie schätzen Sie die Wahrscheinlichkeit ein, zurückgezahlt zu werden? Je nachdem wie Sie diese Fragen beantworten, verleihen Sie schließlich Geld – oder eben auch nicht. Große Kreditinstitute und andere Bereiche, in denen es um Kreditwürdigkeit geht, möchten auch erst eine Überprüfung mit ähnlichen Fragen durchführen, bevor das Geschäft abgeschlossen wird.

 

Kreditscoring

Bei diesen großen Instituten wird das Verfahren als Kreditscoring bezeichnet. Es werden für bestimmte Aspekte Punkte nach einem festgelegten System vergeben und möglicherweise auch gewichtet. Von der Höhe dieser Punkte hängt dann ab, ob Kredit oder ähnliches gewährt wird. Schließlich möchte die Bank nicht Geld an jemanden verleihen, bei dem die Wahrscheinlichkeit einer Rückzahlung nicht besonders hoch ist. In Deutschland gehört die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung, kurz Schufa, zu den bekannten Unternehmen, die Kreditwürdigkeit und Bonität bewerten. Von den hier gesammelten Daten kann es abhängen, ob Ihnen der beantragte Kredit gewährt wird, Sie als neue Mietpartei akzeptiert werden oder sogar ob Sie den Handyvertrag abschließen können.

Vorteile und Nachteile

Da ist es nicht sonderlich überraschend, dass dieses System und Verfahren nicht überall auf Zustimmung stößt und auch häufiger Fokus von kritischen Debatten ist. Was einerseits ein Vorteil ist, kann anderseits auch als Nachteil gelten. Es werden standardisierte Bewertungsbögen verwendet. Dadurch werden persönliche Präferenzen der Sachbearbeiter und damit eine bevorzugte oder benachteiligte Behandlung verhindert. Diese Sachbearbeiter haben häufig allerdings auch ein Gespür für die Person und können sich einen individuellen Gesamteindruck machen, der möglicherweise anders ausfällt als die nackten Zahlen. Die Daten können über eine lange Zeit gesammelt und elektronisch gespeichert werden, sodass ein umfassendes und leicht zugängliches Bild entsteht. Allerdings müssen diese Daten dementsprechend auch aktualisiert und eventuelle Fehleinträge korrigiert werden. Außerdem melden Datenschützer Bedenken über die Speicherung, Sicherheit und Rechtmäßigkeit dieser Informationen. Als Verbraucher haben Sie das Recht eine Datenkopie einzusehen oder die Informationen über das Online-Portal der Schufa selbst zu managen, wenn beispielsweise eine Fehlinformation vorliegt.

 

Worauf wird geachtet?

Haben Sie bereits einen Kredit aufgenommen, um sich ein Haus oder Auto zu kaufen, werden Sie sicherlich monatlich an die Tilgung erinnert oder haben einen Dauerauftrag eingerichtet – eben damit Sie nicht in Rückstand geraten und einen negativen Eintrag riskieren. Aber auch eine Überziehung des Girokontos, beispielsweise durch die Kreditkarte, kann schnell passieren. Häufig wird davor gewarnt, durch den bargeldlosen Zahlungsverkehr den Überblick über die Finanzen zu verlieren. Die bekannten VISA oder Mastercards sind auf Reisen und für Zahlungen im Internet allerdings fast unersetzlich, solange Sie auch hier alles brav bezahlen. Für Verbraucher ist dabei nicht zwangsweise jede unbezahlte Rechnung eine Gefahr, erst wenn das gerichtliche Mahnverfahren